Das heutige Namibia befand sich zwischen den Jahren 1884 und 1915 unter deutscher Herrschaft. Mit der Gründung der Kolonie entstand u. a. der Bedarf an effizienter Kommunikationsvermittlung zwischen den Deutschen und der Lokalbevölkerung. Die ersten Bestrebungen der Kolonialverwaltung, den Deutschen sowie den Einheimischen entsprechende Sprachkenntnisse beizubringen oder eine Lingua franca einzuführen, scheiterten aus kulturellen, finanziellen sowie zeitlichen Gründen. In vielen Fällen musste die Kommunikation deswegen indirekt verlaufen, und zwar mithilfe eines Dolmetschers, dessen Einsatz sich vor allem in den Bereichen Justiz, Religion sowie Di-plomatie als unvermeidlich erwies. Der Artikel beschäftigt sich mit dem Ablauf der interkulturellen Kommunikation zwischen den Deutschen und der Lokalbevölkerung in der ehemaligen Kolonie Deutsch-Südwestafrika, wobei in Hinblick auf den Forschungsgegenstand vor allem die Frage nach der Rolle der damaligen Dolmetscher, ihren Arbeitsbedingungen sowie ihrem Sozialstatus gestellt wird.