Social norms act as informal rules that shape our behavior and facilitate coordination. However, certain norms, such as child marriage and female genital cutting (FGC), adversely affect the health, education, and labor outcomes of (vulnerable) individuals, exacerbating inequalities and impeding the economic development of countries. This dissertation empirically explores how policy-induced changes in social norms shape gender and ethnic inequalities in these outcomes in low- and middle-income countries. Through quasi-experimental designs across four independent chapters, the following questions are addressed: How do social norms interact with each other? How are they linked to inequality in human capital? Under which conditions may norm-targeting policies succeed or backfire?. Chapter 2 examines how a reform that raised the minimum marriage age for women from 15 to 18 in Ethiopia affected FGC outcomes. I find that the child marriage ban increased the prevalence of severe cutting among bride price practicing groups, reflecting an increased need to signal premarital chastity. Simultaneously, I present suggestive evidence that less invasive forms of FGC declined in these groups while girls’ education improved. Chapter 3 analyzes how the same child marriage ban impacted gender gaps in schooling and child labor. The results suggest that girls’ school attendance rose in districts with a high prevalence of the bride price practice, thereby narrowing the gender gap. In contrast, girls’ child labor increased in low-prevalence districts. Chapter 4 analyzes the effects of an inheritance reform in Ghana, which restricted matrilineal kinship norms that traditionally allocate inheritance within the extended family. The reform widened the gender gap in adult labor, driven by men working more hours, while concurrently reducing girls’ child labor. Chapter 5 presents evidence on how smoking behavior in Indonesia, which is linked to norms around masculinity, affect child development. The findings indicate that paternal smoking initiation was associated with reduced height among children from ethnic minorities but not the majority, thereby widening the development gap between both groups. Collectively, the dissertation presents crucial insights into the complex dynamics of social norms and their implications for policy design, offering guidance for crafting interventions aimed at reducing inequalities. Soziale Normen fungieren als informelle Regeln, die unser Verhalten prägen, und die Koordination erleichtern. Allerdings wirken sich bestimmte Normen, wie Kinderheirat und weibliche Genitalbeschneidung (FGC), nachteilig auf die Gesundheit, Bildung und Arbeitsmarktergebnisse von (vulnerablen) Individuen aus. Dadurch können sie Ungleichheiten verstärken und die wirtschaftliche Entwicklung von Ländern verlangsamen. Diese Dissertation untersucht empirisch, wie sich politische Maßnahmen, die auf die Veränderung von sozialen Normen abzielen, auf geschlechtsspezifische und ethnische Ungleichheiten im Humankapital in Ländern niedrigen und mittleren Einkommens auswirken. Durch quasi-experimentelle Designs in vier unabhängigen Kapiteln werden folgende Fragen untersucht: Wie interagieren soziale Normen miteinander? Inwiefern sind sie mit Ungleichheiten in Humankapital-Größen verknüpft? Unter welchen Bedingungen sind auf soziale Normen abzielende Maßnahmen erfolgreich oder scheitern? Kapitel 2 untersucht die Effekte einer Reform in Äthiopien, die das Mindestheiratsalter für Frauen von 15 auf 18 Jahre anhob, auf FGC-Ergebnisgrößen. Ich zeige, dass das Kinderheiratsverbot das Vorkommen der invasivsten Form der FGC in ethnischen Gruppen, die traditionell der Brautpreis-Praktik folgen, erhöhte. Dies deutet auf einen erhöhten Bedarf Keuschheit zu signalisieren hin. Gleichzeitig suggerieren weitere Ergebnisse, dass mildere Formen der FGC in diesen Gruppen weniger auftraten, während sich Bildungsgrößen von Mädchen verbesserten. Kapitel 3 analysiert, wie das gleiche Kinderheiratsverbot geschlechtsspezifische Unterschiede in Schulbildung und Kinderarbeit beeinflusste. Die Ergebnisse zeigen, dass durch die Reform die Schulbesuchsquote von Mädchen in Distrikten mit hoher Prävalenz der Brautpreis-Praktik stieg, wodurch die Geschlechterungleichheit sank. Im Gegensatz dazu nahm die Kinderarbeit von Mädchen in Distrikten mit niedriger Prävalenz der Brautpreis-Praktik zu. Kapitel 4 untersucht die Auswirkungen einer Erbschaftsreform in Ghana, welche matrilineare Verwandtschaftsnormen, die traditionell die Erbschaft innerhalb der erweiterten Familie regeln, einschränkte. Die Reform vergrößerte die Geschlechterungleichheit in der Erwerbsarbeit von Erwachsenen, da Männer mehr Stunden arbeiteten, während sie gleichzeitig die Kinderarbeit von Mädchen reduzierte. In Kapitel 5 wird gezeigt, wie das Rauchverhalten in Indonesien, welches durch Normen der Maskulinität verstärkt wird, mit kindlicher Entwicklung korreliert ist. Die Ergebnisse zeigen, dass der Beginn des Rauchens bei Vätern mit einer reduzierten Körpergröße von Kindern ethnischer Minderheiten, jedoch nicht der Mehrheitsbevölkerung, assoziiert war und dadurch im Zusammenhang mit Insgesamt bietet die Dissertation grundlegende Einblicke in die komplexen Dynamiken sozialer Normen und deren Implikationen für die Politikgestaltung, und bietet Orientierungshilfen für die Entwicklung von Interventionen, die darauf abzielen, Ungleichheiten zu verringern.