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Der Missionar als Linguist

Domaine:

natural language processing

Type de record:

paper
Créateur:
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Éditeur:
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Die Masterarbeit aus Afrikanischer Geschichte widmet sich der Biographie des gebürtigen Wieners Johannes Rath (1816-1903), der von 1845 bis 1861 als Missionar für die protestantische Rheinische Missionsgesellschaft unter den Herero im heutigen Namibia tätig war. Er gründete die Missionsstation Otjimbingue, erkundete die Region auf ausgedehnten Reisen und war, gemeinsam mit seinem Kollegen Carl Hugo Hahn, maßgeblich an der Dokumentation und Erforschung der damals völlig unbekannten Herero-Sprache beteiligt, obwohl er über keine linguistischen Vorkenntnisse verfügte. Im Rahmen seiner Forschungen, die die Grundlage seiner missionarischen Tätigkeit bildeten, sammelte Rath Fabeln, erstellte eine Grammatik, übersetzte mehrere christliche Texte und legte umfangreiche Wortlisten an. Dabei wurde das Herero-Lexikon um viele Wörter für abstrakte Konzepte und neue Sachverhalte erweitert. Rath hielt seine Ergebnisse in mehreren Manuskripten fest, die zwar unveröffentlicht blieben, aber vielfach die Grundlage für die Forschungen und Publikationen seiner Kollegen und Nachfolger bildeten. Der Arbeit liegt die These zugrunde, dass Johannes Rath mit seiner Tätigkeit, insbesondere mit seiner Sprachforschung, den Fortbestand der Herero-Mission sowie die Herausbildung einer eigenständigen Herero-Identität entscheidend beeinflusst hat. Zur Diskussion dieser Hypothese wurden neben historischer und moderner Sekundärliteratur vor allem unveröffentlichte Primärquellen aus verschiedenen Missionsarchiven herangezogen und kritisch ausgewertet. Die Masterarbeit soll ein vollständigeres Bild des protokolonialen Zentralnamibia ermöglichen und zur Dokumentation der südafrikanischen Missionsgeschichte sowie der Geschichte der Erforschung südafrikanischer Sprachen beitragen. Johannes Rath ist als einer der ersten Europäer, die in der Region gelebt haben, von historischem Interesse, da es noch keine umfassende Untersuchung zu seiner kurzen aktiven Missionstätigkeit gibt. This Master’s thesis in African History is dedicated to the biography of Johannes Rath (1816-1903). Born in Vienna, Austria, he worked as a missionary for the protestant Rhenish Mission Society among the Herero in modern-day Namibia from 1845 to 1861. He founded the mission station Otjimbingue and explored the region on several expeditions. In spite of having no linguistic training whatsoever, he was, together with his colleague Carl Hugo Hahn, highly involved in the documentation of the Herero language, which was completely unstudied at that time. As a part of his linguistic research Rath collected fables, compiled a grammar booklet, translated several Christian texts and edited voluminous word lists. In this process, the Herero lexicon was expanded by numerous words for abstract concepts which the missionaries introduced together with the Christian faith. Rath recorded his results in several comprehensive manuscripts, which, although they remained unpublished, served as the basis for the work of many of his colleagues and successors. This project examines the hypothesis that Johannes Rath, mainly with his linguistic research, significantly influenced the continuity of the Herero mission as well as the emergence of a distinct Herero identity. In addition to historic and contemporary secondary literature, the analysis relies on unpublished primary sources which were uncovered in mission archives and evaluated critically. The thesis aims to provide a more comprehensive understanding of proto-colonial Namibia and hopes to contribute to the documentation of southern African mission history and to the history of southern African linguistics. As one of the first Europeans who lived in the region, Johannes Rath is of historical interest as no significant analysis of his mission activities has been conducted to date.

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doi.orgutheses.univie.ac.at

Languages

Herero

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